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Taub im Job, trotzdem erfolgreich, Tipp #11: Präsentation vor dem Kunden oder Auftraggeber

Es ist leicht, schwerhörig zu sein, solange alle lieb und nett sind. Schwer wird’s erst bei hohem Druck oder sogar Gegenwind. Zum Beispiel der Moment, in dem die Früchte tage-, vielleicht wochenlanger Arbeit präsentiert werden. In dem’s ums Geld oder den nächsten Auftrag geht.

Bloßes Vortragen-und-Schwitzen ist nichts dagegen: Es geht um was, es muss begeistert und überzeugt werden. Und nicht selten sind die, vor denen man da präsentiert, ziemlich hoch in der Hierarchie. Dazu noch ungeduldig, unverständig oder gar feindselig eingestellt, z.B. weil ihr Intimfeind den Auftrag in Auftrag gegeben hat oder ihm eins reingewürgt werden muss. Mehrfach nicht verstehen oder falsch Antworten kann hier tödlich sein.

Die Lösung — nichts Neues eigentlich: Versuche, vor Beginn der Präsentation Sitzordnung sowie Gegenstände und Möbel im Raum zu beeinflussen. Wenn Fragen gestellt werden, Analyse, Strategie oder Idee kritisiert werden — gehe zum Sprecher hin (aber stelle Dich nicht zu dicht vor sie, manche Leute mögen es nicht, nach oben zu sprechen).
Und, ganz wichtig: Wenn Du kannst, mach es nicht allein! Besprich Dich mit Deinem Team, dass sie helfen, falls es Probleme gibt. Kläre auch, ob bei Problemen der Vorgesetzte oder Teamkollege sofort einspringen soll oder erst einmal der Schwerhörige selber. Manche mögen’s so, manche so. Sonst passiert es schnell, dass man bemuttert wird. Oder sich bevormunden läßt und Verantwortung abwälzt.

Und was habt Ihr für Erfahrungen?

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Vortragen und Schwitzen: Wie man als Schwerhöriger vor Publikum redet

Dienstreise. In einen kleinen westdeutschen Ort, in dem die Bedienung nach dem Abendessen im Hotel standardmäßig fragt, ob man nicht Eintrittskarten fürs Spielcasino haben möchte, das sei ja nur über den Fluss. Man gibt sich Mühe in diesem Hotel, es ist behaglich und etwas bedrückend zugleich — ein bißchen wie bei der Schwiegeroma.

Welcome -- Photo by Not quite like Beethoven, all rights reserved

Ich soll einen Vortrag halten, an einer Akademie. Das mache ich inwzischen sehr routiniert. Und dabei hilft mir die Schwerhörigkeit sogar. Denn ich muss ja versuchen, die Anwesenden einzufangen — und während ich rede sehen, wie das Publikum drauf ist und wie es reagiert. Das zu erfassen, darin bin ich gut, auch dank der Schwerhörigkeit. Und so sind die meisten Menschen der Meinung, dass meine Vorträge ansprechend sind.

Aber während die meisten Menschen vor dem öffentlich Reden Lampenfieber kriegen, kriege ich es danach. Beim Antworten auf Fragen und Kommentare. Dann bricht mir der Schweiß aus. Und ich muss mir was einfallen lassen. Das mache ich auch…

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Gebrauchsanweisung für Schwerhörige #6: Fühl Dich frei

Wie macht man’s Schwerhörigen leichter und das Gespräch erfolgreich?  11 Regeln von denen auch Andere profitieren.

Regel Nummer 6: Fühl Dich frei…

…und zum Dank gebe ich Dir jemanden, der buchstäblich an Deinen Lippen hängt. Ist das ein Angebot?

Es geht ums gut Vortragen und Präsentieren. Gar nicht so einfach. Ich verstehe wenn man unsicher ist. Leider klammern sich zu viele an voll aufgeschriebenen und ausgedruckten Text. Oder drehen sich um und lesen vor, was auf die Leinwand projiziert wird. Ich versteh einfach GAR nichts mehr wenn das passiert. Foto: Uwe Steinbrich / PIXELIO

Darum: Nimm Karteikarten zum Spicken. Und ansonsten: Fühl Dich frei! Trau Dich! Augenkontakt zum Publikum, nicht zum Text — egal wo er steht. Ich bin extra gekommen um zuzuhören und gebe Dir jede Sekunde meiner Aufmerksamkeit. Weil sonst wird’s ja nichts mit dem Verstehen. Wenn’s privat ist, hätte ich auch was anderes machen können. Hab ich aber nicht. Ich bin wegen Dir da! Wenn’s beruflich ist, ist es sowieso eine Zumutung, derart autistisch vorzutragen.

Wer gar nicht ohne Textvorlage kann: Bitte wenigstens eine anständige Powerpoint-Präsentation dazu, wo ich mitlesen kann. Anständig heißt: Nicht nur mit schönen bunten Bildchen illustrieren, sondern den Gang des Vortrags und Kernaussagen zeigen. Davon profitieren übrigens alle Beteiligten — sogar der Sprecher selbst. Not quite like Beethoven sagt: Danke! Meine Aufmerksamkeit ist Dir gewiß.

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