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Not a very bright idea

Aus Berlin z.B. ist man ja einiges gewohnt an städtischen Hirnrissigkeiten, wenn’s um Außendarstellung geht. Jetzt erfahre ich, aus Boston Ähnliches.  Um angesichts eines Millionendefizits ein paar Tausender zu sparen, hat das Straßenverkehrsunternehmen ausgerechnet einem der städtischen Wahrzeichen, nämlich der blau illuminierten Zakim Bridge die Beleuchtung abgedreht. So dass wirklich niemand mehr weiß, wie um Gottes Willen nochmal die urbane Bostoner Skyline aussah… Prost!

Street audiography: Das Gelaber der Stadt

Ich liebe ja große Städte wo  auf engem, öffentlichen Raum viel passiert. Nur hinstellen, hinsetzen oder durchlaufen reicht, und so viel bietet sich mir dar. Optisch ist das ganz fein – wer street photography mag, weiß, was ich meine. Akustisch allerdings bekomme ich nur mit, was explizit für mich bestimmt ist. Und das ist von dem was um mich rum passiert natürlich ziemlich wenig.

Zum Beispiel verstehe ich das öffentliche Gelaber und Genöle von Besoffenen, Junkies und Verrückten nicht. Meine Freunde meinen, das müsse man nun wirklich nicht verstehen. Ich bin trotzdem fasziniert – und würde generell was dafür geben zu hören, was Leute so von sich geben: in der U-Bahn, auf der Straße, am Nebentisch. Was Schwereres hätte ich mir nicht vornehmen können. Denn Schwerhörige entwickeln zwar erstaunliche Fähigkeiten, ihr Gegenüber trotzdem zu verstehen. Aber zufällig mithören kann auch der Geschickteste nicht.

Die Rettung gibt’s wie immer im Internet. Aufgeschnapptes Gelaber aus New York, von-dort-aus-dem-Rest-der-Welt, Pittsburgh, Athen, London, Dublin, Manchester, Deutschland – und wer sucht, findet noch ein paar mehr. Nach eingehender Prüfung  kann ich vermelden: Jede Stadt hat wirklich ihren eigenen Charakter. Und: Vieles davon ist langweilig. New York und Berlin (wo bleibt die eigene Website?) sind eindeutig am interessantesten – Ich habe so gelacht! In Deutschland haben auch St. Gallen und Mülheim an der Ruhr ein paar wunderbare Einträge.