Schlagwort-Archive: T-Shirts

Hey Mann, ich bin in meiner schalldichten Kammer!

Bedrucktes T-Shirt von CafePress

Es gibt nicht viele Sprüche über Schwerhörigkeit oder Gehörlosigkeit, die ich mir auf ein T-Shirt drucken würde. Aber vielleicht diesen hier.

I can’t hear you, I’m in my imaginary soundproof booth.

Ich glaube der funktioniert nur auf Englisch, vielleicht sogar nur auf Amerikanisch. „Ich kann Dich nicht hören, ich bin in meiner vorgestellten schalldichten Kabine“? Das will ich kurz erklären:

Worum geht’s? Das ganze ist eine Anspielung auf den „imaginary happy place“ — das kommt ursprünglich aus irgendwas psychotherapeutischem und/oder esoterischem: Der ganz persönliche Ort an dem man sich wohlfühlt, glücklich ist und aus dem man Kraft zieht. Sollte man kennen. Und wenn es stressig wird sich vorstellen, man sei dort.

Passend dazu gibt es einen Spruch auf T-Shirts, der den Leuten mitteilt, der Träger sei in seinem „imaginary happy place“. Was hier, in der echten Welt, alles so geschehe, berühre ihn also gar nicht. Davon habe er sich bewußt abgewandt. Über grundloses Lächeln brauche man sich nicht zu wundern. Und gar nicht erst zu versuchen, ihn mit Belanglosigkeiten zu nerven.

Im Grunde drückt das T-Shirt also dasselbe Verlangen nach Ruhe und Ungenervtheit aus, das Madame Modeste neulich so schön beschrieben hat. Obwohl ich vermuten würde, dass sie niemals so ein T-Shirt anziehen würde.

Nachtrag auf Nachfrage hin: Warum nun schalldichte Kammer als „happy place“ für Schwerhörige und Gehörlose? Weil sie dazu eine besondere Beziehung haben. Gehörlose bewegen sie sich metaphorisch darin durchs Leben — es geht um Taubheit positiv gewendet. Und viele Schwerhörige machen darin außerdem nervige, langweilige bis demütigende Hörtests — es ist positiv und ironisch gewendet.

Woran ich merke, dass ich lange weg war und jetzt wieder zuhaus bin

  • Thanks, nice to meet you, my pleasure. Das ist, was die amerikanische Welt im Innersten zusammenhält. Nicht aber die deutsche. Und nun steckt’s bei mir im limbischen System drin, will einfach raus. Es nicht zu sagen, bringt mich fast zum Verstummen. Die Leute stellen mir den Kaffee hin oder geben mir die Hand, gucken mich an und wundern sich. Wahrscheinlich weil’s um meine Mundwinkel herum so komisch zuckt.  Manchmal rutscht mir ein schnelles „thanks“ auch einfach raus.
  • Mittags um zwei in der U-Bahn: Es riecht nach schalem Bier. Ach! Die Frühschicht ist zu Ende. Alkohol in der Öffentlichkeit, wie hab ich das vermißt.
  • Mittags um halb drei in der U-Bahn: Ich bin tatsächlich von bei mir zuhause in die U-Bahn, zwei Mal umgestiegen und am richtigen Ausgang rausgekommen.  BLIND. Ich habe nicht einmal geguckt. Dabei kann man da schon ein paarmal den falschen Aufgang nehmen….
  • Nachmittags um drei in der U-Bahn: Verdammt, jetzt bin ich auch einer von denen, die vor der Tür stehen und nicht auf die Idee kommen, den Knopf zu drücken, damit sie aufgeht. „Scheiß-Touris!“, murmelt mir einer im Vorbeigehen zu.
  • Wat denn nu?!! Ein Jahr lang hab ich mich zwingen müssen, das Trinkgeld nicht zu vergessen — besonders an der Bar. Und nu? Ich muss mich schon zurückhalten um nicht alle zu beglücken. Außerdem: Ich zahle zu hohe Preise mit einem Schulterzucken (und hinterher mit heftigem Zähneknirschen). Verdammt! Das sind ja alles Euro!!!
  • Und speziell aus Harvard: Ich hab da so einen Drang, 1) überall den Laptop aufzuklappen und dann 2) auch Wireless zu erwarten. Draußen. Kostenlos. Wie berlinfremd ist das denn? Na hoffentlich ist es wenigstens gesünder so…
  • Sollte man Leute eigentlich verpflichten, Auskunft geben zu müssen (und zu können) was auf ihren T-Shirts so blödes draufsteht? Liegt das wirklich nur daran, dass Englisch hier nur Zweitsprache ist?