Wer mich beleidigt, das entscheide immer noch ich

Eine unbedeutende Auseinandersetzung um das Verhältnis vereinbarter Zahlung und erhaltener Leistung. Ich habe gar kein Auto, Signorina! Wer sich an diesen Spruch aus der Kaffeewerbung erinnert, der kennt den Tonfall — in dem ich dem vor Wut japsenden Mann erklärte, dass ich schwerhörig bin. Eine lächelnde Mischung aus Triumph und auf den Arm Nehmen. Und dass ich all die Beleidigungen, die mir schon seit einiger Zeit entgegengeschrien worden waren, unglücklicherweise nicht mitbekommen hatte.

Ich skizzierte kurz einige meiner Regeln und bot ihm an, mir das Wichtigste noch einmal zusammenzufassen. Ich würde zuhören. Während er mit etwas dunklerer Gesichtsfarbe neu ansetzte, wies ich noch darauf hin, dass sein Schnauzer mein Verständnis nicht gerade fördere, sich aber sicher auch dafür eine Lösung fände. Gleich darauf machte ich mich schleunigst vom Acker. Wurde mir alles etwas zu dunkelrot, da.

Dann lächelte ich noch einmal in mich hinein. Mag ja ein bißchen boshaft gewesen sein, aber manchmal ist es ganz lustig so mit Schwerhörigkeit.

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4 Antworten zu “Wer mich beleidigt, das entscheide immer noch ich

  1. Ich kenne keine befriedigendere Reaktion auf wütende schimpfende Menschen als Freundlichkeit.

  2. Jetzt wüsste ich so so gern, worum es genau ging. 🙂

  3. Große Gefühle — und einen Küchentisch, der statt aus Massivholz aus Pressspan war.

  4. Dieser Blog, spiegelt genau die Situation zwischen schwerhörigen und hörenden wieder, perfekt gemacht…. werde öfter mal vorbei kommen und lesen 😉

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