Gebrauchsanweisung für Schwerhörige #8: Singe unter der Dusche

Wie macht man’s Schwerhörigen leichter und das Gespräch erfolgreich?  11 Regeln von denen auch Andere profitieren.

Regel Nummer 8: Singe unter der Dusche

Vielleicht eins der größten Mißverständnisse ist, dass Schwerhörige einfach leiser hören – und man daher, will man nett sein, LAUTER SPRECHEN muss. Singen unter der Dusche dagegen wird unterschätzt.

Foto: Andreas Franke / photocase.deLaut Reden ist zwar nicht ganz falsch – insbesondere seit ich annähernd taub bin ist auch bare Lautstärke wichtig. Unter einem gewissen Level geht’s einfach nicht. Doch zu laut darf es auch nicht sein: Erstens tut zu laut auch Schwerhörigen weh. Zweitens macht es keinen Spaß angeschrien zu werden und kann einem sogar peinlich sein. Und drittens hilft es nicht mal unbedingt beim Verstehen. Was bei mir ankommt ist dann nämlich verzerrt

Viel wichtiger als laut ist: deutlich. Gut gesprochen soll es sein. Weil man das üben muss ( a-l-l-z-u d-e-u-t-l-i-c-h sprechen ist nämlich auch wieder schwer zu verstehen), möchte ich allen das lauthals Singen ans Herz legen.Da lernt man nämlich gut atmen und artikuliert sprechen. Die Stimme kriegt meist automatisch ein angenehmes, etwas tieferes Timbre. Macht mehr Spaß als Sprechunterricht. Und ne Dusche hat ja wohl jeder.

Achtung, liebe Freunde, ich sagte singen, nicht grölen.

Zur Übersicht: 11 Regeln für besseres Reden mit Schwerhörigen

Advertisements

3 Antworten zu “Gebrauchsanweisung für Schwerhörige #8: Singe unter der Dusche

  1. Neulich habe ich mir an „zuhören nach Harvard-Art“ ein Beispiel genommen und auch mal einen Kommunikations-workshop besucht.

    Fazit: Frauen mit einem tieferen Timbre werden al viel kompetenter empfunden.

    Und: man kann ganz einfach lernen, sein eigenes, vielleicht im Alltag „verquiekstes“ tiefes Timbre (wieder) zu entdecken! Grundlage dafür: Das zustimmende „Ah-Mhmmm“ beim…. zuhören.

    Toll, wie sich Kreise schließen, oder?

  2. Freut mich, Dich inspiriert zu haben. Das mit dem kompetenter hab ich auch schon gehört. Ist doch ein angenehmer Nebeneffekt, es mir recht zu machen 😉
    Aber bei dem zustimmenden Mmh bin ich mir nicht so sicher – das kommt bei mir mal so mal so. Vielleicht gibts da doch bessere Geräusche, an denen man sich zum „eichen“ orientieren kann….

  3. Pingback: “Ruf! Mich! An!” — Und zwar genau so und genau da! | Not quite like Beethoven

Kommentar verfassen

Trage deine Daten unten ein oder klicke ein Icon um dich einzuloggen:

WordPress.com-Logo

Du kommentierst mit Deinem WordPress.com-Konto. Abmelden / Ändern )

Twitter-Bild

Du kommentierst mit Deinem Twitter-Konto. Abmelden / Ändern )

Facebook-Foto

Du kommentierst mit Deinem Facebook-Konto. Abmelden / Ändern )

Google+ Foto

Du kommentierst mit Deinem Google+-Konto. Abmelden / Ändern )

Verbinde mit %s