Das ging ins Auge. Im Ohr wär das nichts geworden.

Das muss ein Scherz sein! Iih, wie eklig! Was das funktioniert?! Hmm, schlau! Das nenn ich mal kreativ. Wahnsinn, worauf die alles kommen. Also schön isset ja nich. Oh mein Gott, IM AUGE!

Das waren so ungefähr meine Gedanken als ich dies las und sah: US-Ärzte geben blinder Frau das Augenlicht wieder indem sie ihr einen Zahn ziehen, ihn aufbohren, eine Plastiklinse hineinsetzen, beides zwei bis drei Monate in die Backe oder die Brust implantieren damit es zusammenwächst und schließlich alles in den Augapfel verpflanzen.

Sie kann jetzt schon Gesichter erkennen, Fernsehgucken und mit einer Lupe Zeitung lesen. Und es soll noch besser werden.

the procedure is spreading in Europe and Japan, and, now, in the United States. In Ireland, a worker’s sight was restored after his cornea was destroyed by red-hot liquid aluminum in an explosion at a recycling plant. […] A tooth is used, Perez said, because it provides a stable, living platform of tooth, bone and cartilage that can remain alive, get nutrition from the eye and grow into a single piece with the cornea.

Warum das hier in meinem Blog steht? Weil man daran mal wieder sieht, wie unglaublich weniger kompliziert Sehen und Erkennen im Unterschied zu Hören und Verstehen ist. Es ist schon kein Zufall, dass man eine Brille bekommt und wieder gut sieht — und ein Hörgerät oder Cochlea Implantat und immer noch schwerhörig ist.

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22 Antworten zu “Das ging ins Auge. Im Ohr wär das nichts geworden.

  1. Schön wäre’s, das Equivalent einer Brille fuer die Ohren zu haben. Aber dein Vergleich ist nicht eins zu eins–Leute (wie ich) die Brille/Contakts unbedingt brauchen, sehen schon, aber verzerrt (warped). Das Equivalent fuer die Ohren waere, wenn man Stimmen zwar hoert, aber irgendwie krum, wie in Filmen wenn der Director deuten will, jemand ist betrunken oder gedopt. Schwerhoerig vergleich fuer Augen waere etwa, glaub ich, wenn alles grau-gossamer aussieht wie bei Photoshop Filters. Oder white on white:

    –Was Wissenschaftler fuer paraplegic oder quads erfinden, ist genauso krass. Ein deutscher Freund von mir arbeitet in AI und sagt mind control fuer Robots in den naechsten 10 Jahren vorher.

  2. Hast schon recht: In aller Universalität stimmt das nicht. Will auch gar nicht behaupten, meiner wäre länger, äh, meins schlimmer 😉 Aber guck mal z.B. an wie vielen Sehproblemen man unelektrisch sehr einfach deutlich was verbessern kann. Beim Hören geht ohne eigene Stromversorgung eigentlich nur die Lautstärke (also vergleichsweise die Helligkeit?). Z.B. mit so coolen Hörrohren wie sie in diesem Museum zu sehen sind.

    Ich mag das Bild, übrigens…

  3. Hm, je länger ich darüber nachdenke, desto unsicherer bin ich mir, ob hier wirklich so ein großes Ungleichgewicht besteht. Sicher, Taubheit und hochgradige Schwerhörigkeit wird man mit den aktuell verfügbaren Mitteln nicht ganz kurieren/ausgleichen können, da ist die Wissenschaft bei den Augen vielleicht schon etwas weiter, aber ist da auch tatsächlich schon alles ausgereift? Es gibt ja auch in Bezug auf die Cochlea Experimente, ich habe gehört, dass einige Wissenschaftler davon überzeugt sind, dass sie irgendwann die Haarzellen nachwachsen lassen können (leider habe ich keine Quelle und auch gerade keine Zeit zu suchen). Stell Dir mal vor, die würden das wirklich irgendwann schaffen und gehörlose Menschen komplett kurieren können. Wir werden davon zwar wahrscheinlich nicht mehr profitieren können (schon gar nicht mit Implantat, schätze ich), aber für die nächsten Generationen könnte sich verdammt viel ändern.

  4. Naja, klar. Alle solche Aussagen/Überlegungen gelten immer nur mit Bezug auf einen Stand der Technik. Was „einfach“ ist, ist relativ. Schon möglich, dass Stammzellen oder Gentherapie irgendwann mal so einfach scheinen werden wie heute optische Linsen bearbeiten (im Brillenglas, in der Kontaktline oder auf der Hornhaut).

    Soweit ich informiert bin, kommt regenerative Therapie auf jeden Fall, und wer an irgendwelchen unregulierten Versuchen irgendwo auf der Welt teilnehmen will kann das schon machen. Bis das aber überhaupt in klinische Studien kommt, geprüft und bei uns zugelassen ist und erst recht bis Langzeiterfahrungen vorliegen, dauert es allerdings noch. Und selbst wenn’s mit den Haarzellen kontrolliert und dauerhaft klappt, kann es immer noch Probleme mit dem Mittelohr und dem Hörnerv geben. Und ob die Lösung dann vollkommen fleischlich und stromfrei funktioniert ist auch noch lang nicht raus.

    Vielleicht schreibe ich mal einen Eintrag dazu, was ich weiß und darüber denke….

  5. Ich denke, das hat auch immer ein bisschen was mit dem „Drumherum“ zu tun, was nützt dir die Technik wenn du die Reha nicht hast? Und die ist für Sehbehinderte einfach ausgereifter weil Hörschädigung Jahrhunderte lang etwas war, dass für das Alter „privilegiert“ war und man das wohl so gesehen hat, dass wer eh bald stirbt auch nicht mehr die große Rekonstruktion oder so braucht.

    Mein Vater ist sehbehindert, Er hat ein Auge Anfang der 90er Jahre komplett verloren, da der Glaskörper nach einen Arbeitsunfall absolut zertrümmert war. Wenn man ihm jetzt einfach eine Orthese (wie so was entsteht kann wer Interesse hat da: http://www.ludwig-kunstaugen.de/anpassung-skleralschale.aspx ganz schön sehen. Sehr interessant und sehr aufwendig.) gegeben hätte und ihn dann stehen lassen nach dem Motto „So guter Mann, jetzt machen Sie mal“ – wie das zumindest von Seiten der Ärzte mit Hörgeschädigten noch oft der Fall ist – könnte der heute noch nicht wieder in den Supermarkt gehen und sich alleine an die Kasse stellen. Da gab es damals sofort Training, und Verkehrsübungen und dies und jenes und tralala und nach drei Jahren merkte derjenige der nichts von dem falschen Auge wusste gar nicht mehr, dass er auf ein Stück Kunst guckt.

    Ich denke mal wenn man die Reha Hörgeschädigter grundsätzlich auch so laufen lassen würde (ich weiß es GIBT Angebote und z.B. Hörtrainings für CIler, aber verglichen mit dem was mein Vater alles innerhalb von drei Monaten gekriegt hat und was da alles geregelt wurde vom Arzt aus ist das was zum Beispiel Rendsburg anbietet lächerlich), dann könnte man vielleicht irgendwann Taubheit auch so oder ähnlich behandeln.

    Betonung auf Vielleicht. Da ich meine gar nicht per Operation in irgendeiner Form behandelt haben will, beschäftige ich mich auch nicht so damit.

    Liebe Grüße

  6. Ich glaube auch nicht, dass man als Gehörloser / stark Schwerhöriger, der nie wirkliches auditives Sprachverstehen hatte, von nachwachsenden Haarzellen o.ä. profitieren kann. Die Strukturen sind gar nicht im Gehirn angelegt… genauso wenig wird einer, der von Geburt an blind ist, was mit plötzlicher Sehfähigkeit anfangen können.

  7. @Salomea, stimmt, Hörbehinderung ist eher das Stiefkind. Christiane hat ja neulich auch mal beklagt, dass das „automatische Standardangebot“ an Reha in Deutschland so schlecht ist und erzählt wie gut es in England funktioniert. Allerdings war das auch bei Blindheit.

    @Jojo, genau. Es gab ja glaub ich einge in dieser Hinsicht recht riskante Fälle wo CIs implantiert wurden. Wär mal interessant zu sehen, was daraus geworden ist. So richtig dokumentiert sind ja glaub ich nur die spektakulären Fälle, wo es überraschend trotzdem einigermaßen geklappt hat.

  8. Hm.
    Es sieht irgendwie… naja, yürks aus.
    Aber wenn es hilft!
    Man kann sich als Nichtbetroffene schwerlich in solch eine Situation hineindenken, ich zumindest. Das Strahlen der Dame spricht allerdings Bände.

  9. Allerdings. Ich denke man wird sie öfters mit Sonnenbrille sehen, die sie ja auf dem einen Bild schon aufhat.

  10. Mir war das Sonnenbrille-Foto traurig. Die Sonnenbrille werden ihr neue Sehemoeglichkeit bestimmt verhindern.

    Es stellt sich die Frage, wo liegt die Grenze, wonach man wegen Aussehen Pressure von aussen bekommt, sich zu verstecken. Es erinnert mich an David Foster Wallace’s Roman Infinite Jest (neulich auf deutsch uebersetzt), wo es eine Self-Help Gruppe gibt, die sich „The Hideously and Improbably Deformed“ heissen. Die Mitglieder-Charakter, Opfer von sowas wie Acid-Unfaelle, tragen stolz Burkas, weil sie die Reakionen anderen nicht sehen wollen:

    „…unoffially founded in London in 1940 to afford the scopophobic empathetic fellowship and the genesis of sturdy inner resources through shame-free and unconstrained concealment“ (p 226)

    http://infinitejest.wallacewiki.com/david-foster-wallace/index.php?title=Infinite_Jest

  11. Ich glaube, das zeigt nur eines: Die Sensationsgeilheit der Medien. Ich lese seit mehr als 13 Jahren (seitdem bin ich mit meinem Freund zusammen), dass es neue Erfolge bei der „Heilung“ von Blindheit gibt. Das gleiche gilt für Querschnittlähmung. Weder Retinitis Pigmentosa (Hauptgrund für Erblindung in der westlichen Welt) noch Querschnittlähmung ist bislang heilbar. Ich kann es echt nicht mehr hören / lesen…. Und dass die Brille bei kurz- und weitsichtigen Menschen die volle Sehkraft herstellt, stimmt auch nur zum Teil. Ich bin sehr stark kurzsichtig (um die 11 Dioptrien) und nachts habe ich laut Augenarzt eine Sehfähigkeit von 80 Prozent, tagsueber mehr, aber sicher nicht 100 Prozent. Ist eben alles relativ.

  12. Ich sehe es nicht als Sensationsgeilheit der Medien, sondern Menschlichkeit der Leser. Mit 30 ist keiner ganz unverzerrt im Koerper. Wenn man so was sieht, freut man sich fuer die Betroffene, und empfindet vielleicht mehr Optimismus den eigenen Probleme gegenueber. Der Anspruch (claim?) im Artikel ist nicht 100 Prozent Heilung, sondern kleine Besserung–man sieht gar nichts, dann endlich sieht man ein bisschen Gestalt. Ausserdem stehen solche Heils-Sehnsuchte ganz im Zentrum der christliche Theologie, fuer diejenigen die daran Glauben.

    Ich finde es gut, dass solche Bilder in Medien stehen. Wenn alle Koerper-Darstellung von angeblich Normalen waeren, wuerde es anderen in Unsichtbarkeit stellen.

  13. Was „Sensationsgeilheit“ angeht haben aus meiner Perspektive sowohl Christiane als auch Elizabeth etwas Stichhaltiges gesagt.

    Vielleicht hat das ein bisschen mit dem „Bild“, das Nicht-Betroffene von Blindheit haben – auch wenn dieses Bild medial geprägt ist – zu tun. Ich habe dadurch, dass ich sowohl einen sehbehinderten Elternteil (siehe Kommentar oben) als auch schon mit Blinden – Klientel und Kollegen . gearbeitet habe viele blinde und sehbehinderte Freunde und Bekannte und die sagen sie erleben immer wieder eines: Blindheit – da allerdings auch nicht in Abstufungen – wird von Nicht-Betroffenen gern als DIE Behinderung im positiven Sinne gesehen. Damit assoziieren die Leute fast nichts „Böses“ und haben eine Reihe positiver Vorurteile. Öfter wohl zum Beispiel, dass diese Leute automatisch besser hören (was nicht stimmt, es ist Training). Und wenn dann etwas in die Medien kommt das Blindheit „heilbar“ sei, dann wird so ein „Übermensch“ plötzlich „normal – hurra, wir erleben ein Wunder! Oder so. Und diesen Kick brauchen die Menschen wohl… *schulterzuck*

    Was die „Körperdarstellung“ von „Angeblich-Normalen“ angeht, ich denke da wäre es besser mehr Leute mit z.B. Verformungen zu zeigen. Als Beispiel: Gesichtsverschiebungen durch Apoplex – Schlaganfall – will niemand öffentlich sehen obwohl die betroffene Person durchaus einen Körper haben kann an dem das zu bewerbende Kleidungsstück gut aussieht.

    Liebe Grüße

  14. Ich sehe den Punkt ein– ich meinte nur, im Artikel geht es nicht um Heilung sondern einen kleinen Schritt. Ich wuerde gerne mehr ueber reine Wissenschaft in der Zeitung lesen, auch fuer Fortschritte in anderen Bereichen. Wenn man denkt, was alles taeglich zu lesen ist ueber stattdessen Football um Gossip.

    Re: Koerper, ich glaube kaum, dass so was mit Modells passiert. In Ads geht es um Kaufen, nicht um Change the World. Ich meinte eher in anderen Hinsichten–zB, Roosevelt in den 40ern war in einem Wheelchair, und wuerde nur von Schulter auf fotographiert. Jetzt ist es normal, Leute in Rollstuhlen in der Zeitung zu sehen.

  15. Elizabeth, danke für den Hinweis auf Foster Wallace, das ist ja interessant. Sorum kann man’s auch sehen. Selbstbestimmt leben bedeutet ja auch, zu bestimmen, was man anderen zeigen mag oder nicht. Denke dass auch wenn man mit sich selbst im Reinen ist, man die Reaktionen der anderen einfach satt hat. Verhüllung erzeugt dann eben andere Reaktionen.
    Re. Darstellung von Abweichungen, Roosevelt: z.B. Schäuble (dt. Innenminister) wird meist immer noch meist nur Oberkörper/Kopf gezeigt. Oder in der Bahn sitzend.

    Christiane, gut, die „Brille-und-wieder-gut“ Aussage, werd ich wohl bißchen vorsichtiger benutzen ab jetzt. Und re. Sensationsgeilheit stimm ich Dir auch zu. Gerade was medizinische (aber auch andere) Forschung angeht, wird allzu schnell von „Sensation“ und „Heilung“ (im Sinne von „Problem weg“) gefaselt, was oft nicht einmal die betetiligten Forscher und Patienten so sehen würden. Zusätzlich fehlt oft auch ganz einfach das Verständnis für Wissenschaft, die Komplexität des menschlichen Körpers, klinische Studien, klinische Praxis etc. Und das journalistische Geschick trotzdem noch ein interessantes Stück zu zaubern. Sieht man auch ganz gut bei der Darstellung von CIs und reprod. Therapie von Hörproblemen. Wie Elizabeth finde ich aber den Artikel hier eigentlich recht neutral.

    Salomea, mich faszinieren die Unterschiede und Gemeinsamkeiten zwischen Hör- und Sehbehinderung gerade immer mehr.

  16. Elizabeth, ja es stimmt es geht beim Advertising (in der deutschen Marketing-Sprache benutzt man das Wort auch so), vorrangig ums Verkaufen. Es gibt doch auch den psychologischen Effekt auch den Käufer. Man kann mit Marketing-Strategien auch sehr das Bewusstsein manipulieren und wenn man offensichtliche „Entstellungen“ – jetzt mal ganz krass und keineswegs von mir negativ gemeint gesagt – da rein bringen würde könnte man auch da ein Stück Manipulation reinbringen zum Positiven hin. Ich weiß nicht wie es in Amerika ist aber in Deutschland geht es immer Richtung negativ. Absolut dumm fand ich zum Beispiel eine Kampagne für die Menningitis-Impfung Ende der 90er Jahre. Da gab es Plakate mit einem Babykopf drauf und daneben stand „Taub macht stumm“. Erstmal stimmt das ja nicht, zweitens führt Menningitis nicht zwangsläufig zur Taubheit und drittens hatte das ganz viel mit Mitleid schüren zu tun. Und da wo ich im Marketing Mitleid schüre schüre ich gleichzeitig auch Angst beim Rezipienten davor auch so zu werden.

    Wenn du Interesse hast auch auf Deutsch etwas über Wissenschaft zu lesen, google doch mal „Spektrum der Wissenschaft“ das nur nebenbei.

    nqlb, es IST faszinierend, das stimmt. Nur mal so, wie glaubst du kommunizieren die Sehbehinderten mit „uns“? Ich sagte bereits, ich vokalisiere seltenst. Und meine Gebärden sehen die nicht, aber ich bin trotzdem in der Lage mit denjenigen die ich gut kenne ganze Konversationen zu führen (ohne Blindenschreiber dazwischen) und mich ermüdet das weniger als mit Hörenden die sehfähig sind. („Sehfähig“ ist ein Wort, dass ein gerade so eben über die 2% -Grenze reichender Freund von mir erfunden hat. 2% Sehkraft ist die Grenze in Deutschland zwischen stark sehbehindert und blind wenn man sich an Klassifikationen hält).

  17. @Elizabeth
    Ich möchte laut protestieren, was Deine Aussage zum christlichen Glauben angeht. Ich bin durchaus gläubig, bin evangelisch, war auf einer katholischen Schule, aber niemals stand im Zentrum meines Glaubens „geheilt zu werden“. Um Gottes Willen! Ich sehe meine Behinderung aber auch nicht als Defizit an. Es ist für mich eine Herausforderung und ich habe den Eindruck, der liebe Gott hat schon die richtige Person für diese Herausforderung ausgewählt. Für mich steht im Zentrum des christliches Glaubens die Nächstenliebe. Und dazu zählt auch, behinderte Menschen anzunehmen – so wie sie sind – und nicht ständig die Lebensqualität in Frage zu stellen und „Heilungsdruck“ auszuüben, der eh nichts bringt. Ich möchte nicht „geheilt“ werden, sondern möchte angenommen werden, so wie ich bin. Ich kann doch nicht mein Leben damit verbringen auf eine Heilung zu warten, die dann eh nicht stattfindet.
    Es gibt übrigens diverse Studien aus diversen Ländern, dass behinderte Menschen in den Medien keineswegs selten vorkommen. Die Frage ist eher wie. Und da geht es oft um Sensationen oder um Mitleid. Beides ist nicht wirklich hilfreich…

  18. Christiane, danke fuer den Comment. Verzeih mir, ich habe mich schlecht ausgedruckt. Ich will auch kein Streit anfangen, aber mich interessiert das Thema schon. Als ich schrieb, “mit 30 ist kein Koerper ganz unverzerrt,” meinte ich, fast jeder in diesem Alter anfaengt, kleine Zeichen an sich zu fuhlen, dass man eines Tages stirbt. Je aelter man wird, desto duenner sind die Unterschiedlichkeiten zwischen behinderte und unbehinderte Menschen. Mein 92-jahr Grossvater hat auch Hoer-Seh-und Bewegung Fahigkeiten verloren. Aus dieser Perspective sehe ich eine allgemeine Faszination von Heilung—gemischt mit Hoffnung auf ewiges Leben.

    Deswegen sehe ich der Reiz von solchen Artikeln als das, was der deutsche pre-fix Ur ausdruckt, auf english: primal. Re: Christliche Glauben: Ich meinte auf keinen Fall, dass Behinderte Leute alle darauf hoffen, im erdlichen Leben geheilt zu sein (obwohl ich zwar von meinen eigenen Schwierigkeiten gerne geheilt werden wuerde.) Es ist beeindruckend, wie Sie Staerke daraus zieht. Das Heilung als Metaphor im Zentrum der Bibel-bezogene Theologie steht, sehe ich darin, wie haufig in den Evangelien auftauchen die grieschische Worter, die Heilen bedeuten, θɛραπεύω und ίάομαι. Verzeihung Bible-Nerd Moment: ίάομαι: “to restore someone to health after a physical malady; heal (heilen), cure.” Taucht auf in Lukas 5:17; 6:19; 9:11, 42; 14:4; 22:51; Johannes 4:47; Apostelgeschichte 9:34; 10:38 28:8; andere Stellen in Matthias und Markus (5:29), aber das reicht fuer jetzt. Ob man es glaubt oder nicht, Markus 8:22 ist das Geschichte von Heilung der Blinder Man in Bethsaida. In Lukas geht ein gelaehmter Mann wieder auf die Beine. In Markus 7 bekommt ein tauber Mann Hoervermoegen. Ich meinte ueberhaupt nicht, dass man hier standig auf so was hoffen soll, sondern dass solche Narratives Reiz haben, in Laender wo Kultur von der Bibel gepraegt wird. Stellen Sie vor, wie viel das Konzept “Ewiges Leben” und Sehnsucht danach unser Kultur praegt.

    Re: Senationalismus und Wissenschaft: mein lieblingszeichentrickstrip, “Science News Cycle”:

    http://www.phdcomics.com/comics/archive.php?comicid=1174

    Liebe Gruesse

  19. Salomea,
    Ich werde Spectrum der Wissenschaft anschauen, danke sehr. Deine Website-Graphics sind schön, ich habe auch dort gekuckt 🙂

    Zum Thema: http://www.phdcomics.com/comics/archive.php?comicid=1175

  20. Hallo Elizabeth,

    danke für den Link. Ich habe ihn gerade angesehen. Das finde ich sehr gut gemacht.

    Ich bin etwas verwirrt, weil du schreibst meine „Website-Graphics“ wären schön. Meinst du meine Sonnenblume im Header? Es freut mich wenn sie dir gefällt.

    Andere Graphics hab ich ja nicht, im Icon ist es ein Ausschnitt von ihr.

    Der Grund warum ich keine Graphics (mir gefällt das Deutsche „Grafiken“ nicht) oder Bilder in meinen Texten habe ist übrigens der: damit diejenigen meiner Freunde die eine Braillezeile oder andere Hilfsmittel für Sehbehinderte benutzen alles ohne Probleme darstellen können. 🙂

    Liebe Grüße

  21. Hi Salomea,
    Ja, ich meinte die Sonnenblume. Sah so aus als ob du Adobe Illustrator dafuer genutzt habe. Das ist eine Coole Idee, das Layout so zu gestalten, dass Braillezeile-Freunden nicht benachteiligt wirklich. Der Inhalt klingt auch wirklich interessant.

  22. Hallo Elizabeth,

    danke für das Kompliment. I:) ch möchte nicht NQs Webspace in Beschlag nehmen um die Geschichte hinter meinem Logo zu erklären, weil ich denke, das wäre NQ gegenüber nicht fair.Deshalb habe ich gerade einen Post bei mir gemacht wo die Geschichte von der Sonnenblume erklärt wird (dort kannst du auch das ganze Bild sehen):

    http://werkwort.wordpress.com/2009/09/20/unser-logo-oder-das-tonloswerk-und-corporate-identity/

    Liebe Grüße

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