Schon etwas älter aber wirklich sehr gut: Marijke Engels Text darüber, wie sich Martin Zierold in seine Rolle als erster tauber Bezirkspolitiker Deutschlands hineinfindet. Auf den wollte ich Euch nochmal hinweisen. Sehr gut geschrieben. Und viel Wahres darüber wo die alltäglichen Probleme für Menschen mit ohne Hören liegen, wenn sie mit Hörenden zusammenarbeiten.
Es ist ein kurzer, kehliger Ruf, lauter als das Stimmengewirr. Alle drehen ihre Köpfe in seine Richtung. Er gebärdet: „Halt! Lasst euch ausreden, das Durcheinander kann man nicht übersetzen!“ Das wirkt sofort. Augenblicklich kehrt die Gesprächsdisziplin zurück.
Man muss selbstbewußt sein für sowas, und einfordern was man braucht.
[Er springt] auf und reißt seinen Tisch um neunzig Grad herum, sodass er jetzt zumindest die übrigen Abgeordneten im Blick hat. „Diese Sitzordnung ist extrem schlecht. Ich kann die anderen nicht sehen, und ich sitze da als absoluter Außenseiter, wie so der kleine Doofe, der auch mitspielen darf“, erklärt er mit schnellen Gebärden den fragend schauenden Fraktionsmitgliedern. Für die nächste Sitzung möchte er auf jeden Fall neben ihnen sitzen, am besten im Hufeisen, damit er das ganze Parlament im Blick haben kann und einfach mehr mitbekommt.
Ich finde es toll, was er leistet! Zwar sind die Schwierigkeiten für komplett taube Menschen etwas anders gelagert als die für Schwerhörige, dennoch habe ich vieles sehr ähnlich erlebt.
Meine eigenen Erfahrungen mit diesem Thema habe ich neulich in Form von Tipps versucht zusammenzufassen: Taub im Job, trotzdem erfolgreich.













